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Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

Wir werden uns heute mit den Obstunterlagen beschäftigen und ein wenig Licht „ins Dunkel“ bringen. Viele Kleingärtner fragen mich nämlich, was bedeutet „Malus“ oder „GiSelA 5“.

Die Verwendung von Obstunterlagen bietet Vorteile hinsichtlich des Einflusses auf die Wuchskraft der Obstsorte selbst. Damit verbunden auf den Zeitraum bis zum Ertragseintritt. Allgemein kann man deshalb sagen, je stärker ein Obstgehölz wächst, desto später setzt der Ertrag ein.

Das Lebensalter wird ebenfalls durch die Unterlagen beeinflusst. Obstgehölze auf schwach wachsenden Unterlagen haben eine Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren. Auf stark wachsenden Sämlingsunterlagen kann die Lebenserwartung über 50 Jahre erreichen. Mit der richtigen Wahl der Unterlagen können aber auch unterschiedliche Bodenverhältnisse ausgeglichen werden (Wuchskraft des Bodens oder Kalkgehalt).

Für die meisten Arten an Obstsorten stehen schwache, mittelstarke und starkwachsende Obstunterlagen zur Verfügung. Je kräftiger der Boden ist, desto geringer muss die Wuchskraft der Unterlage sein. Bei leichteren, sandigen Böden muss die Unterlage stärker wachsend sein.

Apfelunterlagen: Die Äpfel (Malus) bilden eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung umfasst etwa 42 bis 55 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher aus Wäldern und Dickichten der nördlichen gemäßigten Zone in Europa, Asien und Nordamerika, aus denen auch eine große Anzahl an oft schwer unterscheidbaren Hybriden (Kreuzung zwischen verschiedenen Gattungen) hervorgegangen ist.

Malus 9 – ist schwachwachsend, braucht nährstoffreiche, mittelschwere bis schwere Böden. Besonderheit an dieser Unterlage, ein Baumpfahl ist zeitlebens erforderlich. Die schnelle Vergreisung erfordert jährlichen Schnitt! Frühzeitiger Ertragsbeginn.

Malus 106 – ist schwach bis mittelstark wachsend, für alle Böden geeignet, jedoch keine Staunässe! Ausreichende Standfestigkeit, früher Ertragseintritt und gute Fruchtqualität.

Malus 26 – sind mittelstark und für mittlere Böden geeignet. Hier ist ebenfalls zeitlebens ein Baumpfahl erforderlich und ein frühzeitiger Ertragseintritt.

Malus 11 – starkwachsende Unterlage, für alle Böden geeignet. Hohe Standfestigkeit, später Ertragseintritt. Dies bewirkt kleinere Früchte mit geringer Ausfärbung.

A 2 (Sämling) – eine sehr stark wachsende Unterlage, für alle Böden geeignet. Hat eine hohe Standfestigkeit, sehr später Ertrag. Erbringt kleinere Früchte mit geringer Ausfärbung.

Birnenunterlage: Birnensämlinge – meist wird die Sorte „Kirchensaller Mostbirne“ verwendet. Sämlinge wachsen sehr stark und sind standfest. Kälte- und Kalkverträglichkeit sind gut. Geeignet für den Streuobstanbau und als landschaftsprägender Einzelbaum. Der Ertrag tritt häufig erst nach 7 bis 10 Jahren ein.

Quitte A – (auch Quitte MA) Quitte aus Angers oder Malling A. Ist die für den Hausgarten gebräuchlichste Unterlage. Leider mit einigen Sorten nicht verträglich, es wird eine Zwischenveredelung benötigt. Wächst etwa 30% schwächer als der Sämling und ist nicht standfest, es wird zeitlebens ein Baumpfahl benötigt. Früher Ertragseintritt, jedoch empfindlich für kalkhaltige Böden. In trockenen Jahren ist eine Zusatzbewässerung erforderlich.

Quitte C – (auch Quitte MC oder Rheinlandquitte). Die Unterlage ist nicht standfest, frostempfindlich und wächst sehr schwach. Mit vielen Edelsorten nicht verträglich, jedoch schneller Ertragseintritt. Wegen der Pflegeintensität und der hohen Ansprüche an die Wasserversorgung für den Hausgarten nicht geeignet, auch wenn diese Unterlage im Erwerbsobstbau bevorzugt wird. Könnte zur Kübelkultur auf Balkon oder Terrasse verwendet werden.

Quitte Adams – Wuchsstärke liegt zwischen Quitte A und Quitte C. Nicht vollständig standfest, Baumpfahl empfohlen. Nicht mit allen Sorten verträglich, frostempfindlich und schlecht kalkverträglich. Fruchtgröße und Ertragsleistung höher als bei anderen Quittenunterlagen.

Liebe Gartenfreunde, dies war ein kurzer Abriss zu den Apfel- und Birnenunterlagen. In der nächsten Ausgabe gehe ich auf die Unterlagen für Sauer- und Süßkirschen sowie Pfirsich ein. Ein Tipp zum Schluss: Zu diesem umfangreichen Themengebiet kann man sich bei den Gartenfachberater-Stammtischen beraten lassen.

Bis zum nächsten Monat

Der „Garten-Olaf“