Februar 16 - kgv-vorwärts.de

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Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“,

heute möchte ich Sie über den Boden in unseren Kleingärten informieren. Da im Februar der Anbau in der Parzelle noch ruht, haben wir ausreichend Zeit, uns damit zu beschäftigen. Von der Bodenstruktur hängt es ab, was in Ihrem Garten wächst. Schon deshalb sollte sich jeder Kleingärtner Grundkenntnisse darüber aneignen.

Unser Boden ist Lebensraum für unzählige Organismen, von winzigen Bakterien und Pilzen über Regenwürmer, Asseln, Käferlarven bis hin zu Maulwürfen - ein komplexes Ökosystem. Zusammen schaffen diese Lebewesen aus unbelebtem Gestein und Pflanzenresten fruchtbare Erde. Dieser Prozess verläuft sehr langsam. Begonnen hat die Bodenbildung nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren.

Sicher sind Sie beeindruckt, dass in einem Bodenwürfel von 100 cm Kantenlänge und 30 cm Tiefe bei guter Bodenqualität mehr als 1,6 Billionen Bodenorganismen vorkommen können, die alle zusammen nicht mehr als 200 g auf die Waage bringen!

Wie kann man nun die vielen Bodenlebewesen schützen? Indem wir eine ordentliche Bodenbearbeitung durchführen. Vor jeglicher Art von Bodenbearbeitung muss uns bewusst sein, dass jede dieser Maßnahmen einen Eingriff in die Natur darstellt und Millionen Lebewesen zerstört.

Das Umgraben im Herbst hat verschiedene Vorteile: Regenwasser läuft nicht ab, sondern versickert auf der unregelmäßigen Oberfläche. Außerdem können Reste von Pflanzenreste, also verrottende Bodenverbesserer, untergearbeitet werden. Doch auch wenn die Vorteile verlockend klingen, sollte man behutsam vorgehen und nicht jedes Jahr zum Spaten greifen, denn mit dem Wenden der Schichten werden natürlich auch die in den jeweiligen Zonen angesiedelten Bodenlebewesen durcheinandergebracht (vergleichbar, als stelle man ein Haus auf den Kopf).

Sind die Abstände zu kurz, wird das Bodenleben geschwächt und in der Folge nimmt die Fruchtbarkeit des Bodens ab. Die bessere Methode ist, mit der Gartenkralle den Parzellenboden zu bearbeiten, da diese den Boden besser auflockert.
Ein großer Schritt zur natürlichen Bodenbearbeitung ist das Mulchen mit organischem Material. Es stellt eine Fütterung der Millionen Nützlinge im Boden dar und ist für den Kleingärtner eine Arbeitserleichterung.

Unser wichtigstes Gut im Garten muss Jahr für Jahr viel Leistung bringen. Oftmals wird er leider durch unsere Schuld misshandelt (auch durch ungünstige Umwelteinflüsse). Wir erwarten jedoch eine gute Ernte und uns ist der Grund der Mangelerscheinungen oder Krankheits- bzw. Schädlingsbefall ein Rätsel.

Dabei ist alles in einem Kreislauf zu sehen. Jedes Jahr entnehmen wir bei der Ernte das organische Material, welches die Pflanzen produzieren. Es kommt deshalb der Pflanze nicht durch Verrottung zugute. Nun ist es unsere Aufgabe, für die bedarfsgerechte Ernährung der Pflanze zu sorgen. Zuerst muss man wissen, woran es dem Boden mangelt.

Hier empfehle ich eine Bodenprobe, die Sie im Stadtverband Leipzig der Kleingärtner untersuchen lassen können. Sie haben auch die Möglichkeit, auf der Messe „Haus-Garten-Freizeit“ eine Bodenprobe mitzubringen und am Stand der Gartenfachberater auswerten zu lassen. Im Protokoll wird die Fehlmenge von Düngemitteln angegeben und es werden Vorschläge zur Verbesserung gegeben.

Die Rolle des pH-Wertes wird oft unterschätzt. Kurz erläutert: pH-Wert 7,0 neutral, über 7,0 alkalisch und unter 6,0 sauer. Unsere Gartenpflanzen verlangen, bis auf wenige Ausnahmen einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5.

Mein Tipp zum Schluss: Ein sehr guter und kostengünstiger Dünger ist der Kompost. Deshalb sollte man dem Komposter im Garten viel Aufmerksamkeit widmen. Mit jährlichen Kompostgaben kann man viel Geld für Düngemittel sparen. Aber auch die Nutzung von Kräuterjauchen ist zu empfehlen.

Bis zum nächsten Monat

Der „Garten-Olaf“