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Ergänzungen zur Chronik des KGV „Vorwärts“ e. V.

 

Bei dem Lesen der Chronik habe ich einige Neuigkeiten aus der Zeit vor dem Krieg erfahren. 

Gern teile ich Ihnen noch meine Erinnerungen aus der Nachkriegszeit mit. Es ist sicherlich zum besseren Verständnis vorteilhaft, wenn ich zunächst  kurz  über meine Beziehungen zum KGV (er wurde in meiner Kinderzeit ausschließlich als „Mücke“ bezeichnet) hinweise.

Meine Großeltern Oskar und Frieda Gentzsch hatten von Anfang der 1930-er Jahre bis 1944 den Garten Nr. 4 gepachtet.  Anfang der 1930-er Jahre bewirtschafteten sie etwa zwei Jahre die Gaststätte des KGV.

Meine Eltern Rudolf und Marianne Gentzsch hatten von 1944 bis 1995 den Garten Nr. 36 gepachtet.

Von 1944 bis 1960 bin ich (geboren 1940 in L.-Lindenau) sehr viel  im KGV gewesen. Anschließend war  ich auch bis 1995 jährlich mehrmals im elterlichen Garten. Ich selbst habe seit 1968 einen Kleingarten in Kitzscher.

Folgende Erinnerungen habe ich noch an meine Kinderzeit im KGV.  Nach dem Kriege war das Bewachen der Ernteprodukte (Gemüse, Obst und vor allem von Tabak) eine wichtige Aufgabe. Zur Erntezeit mussten die Frauen tagsüber und die Männer nachts Streife laufen.  Besondere Verdienste erwarb sich dabei der Gfr. Wagner (Garten Nr. 101) mit seinem gefürchteten Schäferhund.

Die Ausführungen zum Verhältnis mit dem Sportverein (Diebstahl, Zerstörungen durch  Bälle u. a.) habe ich sehr viel gehört. Es hat dabei  großen Ärger gegeben, vorwiegend bei den an dem Sportplatz anliegenden Gärten.

Ende der 1940-er und in den 1950-er Jahre waren die Sommer- und Kinderfeste die absoluten Höhepunkte. Die jährlichen Festumzüge waren die größten und bedeutendsten von allen Leutzscher KGV. Besonders gut ist mir in Erinnerung, dass fast immer zwei Kapellen, eine am Anfang und eine am Ende,  zum Festumzug gehörten.  Der Beginn war an Schäfers Ballhaus und führte bis zur Festwiese des KGV, also immer durch Leutzsch und kaum durch Böhlitz-Ehrenberg.  Auf der Festwiese gab es Kinderspiele, Tombola, Kegeln u. v. a.  Meist  war auch ein Karussel  vorhanden.  In den ersten Jahren waren  das Abholen und Essen der Bockwürste mit Brötchen (die Eltern mussten vorher die Lebendmittelmarken abliefern!) ein wichtiger Höhepunkt für alle Kinder. Mein Vater hat zumeist die Brötchen gebacken.  Er war in L.-Lindenau William-Zipperer-Str. 69 Bäckermeister.

Ein weiterer Höhepunkt waren die Kinderweihnachtsfeiern.  Da der Platz im Vereinshaus begrenzt war, fand eine vor und eine nach Weihnachten statt. Es wurden  immer ein Weihnachtsmärchen oder/und Puppenspiele aufgeführt und Weihnachtslieder gesungen (ich habe dabei oftmals Akkordeon gespielt).  Das Verteilen der aus heutiger Sicht bescheidenen Geschenke durch den Weihnachtsmann und seine Helfer war natürlich jeweils das Wichtigste.

Aus dieser Zeit ist mir besonders gut das beliebte Ehepaar Neumann in Erinnerung. Es hat nach dem Krieg mindesten 10 Jahre die Gastwirtschaft geführt.

Etwas anders als in der Chronik beschrieben, ist der Hochwasserverlauf gewesen.  Katastrophales Hochwasser gab es im Sommer 1954 (nicht wie im Frühjahr in der Chronik geschrieben). Bei uns (Garten Nr. 36) stand das Wasser etwa 1,20 m hoch in der Laube. Dies konnte man  viele Jahre noch an der Laubentür sehen. Später gab es derartige Überschwemmungen nicht mehr. Allerdings war der Grundwasserstand im Frühjahr meist nahe an der Bodenoberfläche. Wir  konnten diesen besonders gut  ganzjährig beobachten, weil wir ein Wasserloch zum Herausholen von Gießwasser hatten.

Ich hoffe, dass ich mit den Ausführungen einige nützliche Ergänzungen zur Chronik gegeben habe, da bei dieser bisher offensichtlich für die Nachkriegszeit  relativ wenige  Sachverhalte angeführt sind.

Mit allen guten Wünschen für das weitere Bestehen des Vereins verbleibe ich mit

freundlichen Grüßen

Dieter Gentzsch